Review: MOUSE: P.I. For Hire – Noir, Blei und jede Menge Mäuse

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Ein Blick auf MOUSE: P.I. For Hire reicht bereits aus, um zu erkennen, welche berühmte Maus hier stilistisch als Vorlage gedient hat. Doch anstatt einer quietschigen Stimme und klassischem Slapstick erwartet euch diesmal eine düstere Detektivgeschichte im Noir-Stil. Die polnischen Entwickler von Fumi Games versuchen sich in ihrem allerersten Werk an einem actiongeladenen Shooter, der optisch ganz bewusst an die handgezeichneten Cartoons der 1930er-Jahre erinnert. Ob diese ungewöhnliche Mischung aus schwarzem Humor, Ermittlungsarbeit und bleihaltigen Feuergefechten aufgeht, verraten wir euch in unserem Review.

Ein Vermisstenfall mit tödlichen Folgen

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jack Pepper, ein ehemaliger Kriegsheld, der sich mittlerweile als Privatdetektiv durch Mausburg schlägt. In einer Welt, in der selbst im kleinsten Mauseloch Gefahr lauert, übernimmt er zunächst einen scheinbar gewöhnlichen Vermisstenfall. Doch schnell wird klar, dass hinter dem Verschwinden des Zauberers Steve Bandel deutlich mehr steckt. Korruption, Entführung und Mord führen Jack immer tiefer in die düstere Schattenseite von Mausburg. Dabei bekommt es der Mäuse-Detektiv nicht nur mit schwer bewaffneten Gangs, sondern auch mit korrupten Polizisten und zahlreichen zwielichtigen Gestalten zu tun. Was zunächst wie ein überschaubarer Auftrag beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem komplexen Netz aus Intrigen und einer umfassenden Verschwörung. Genau hier schafft es MOUSE: P.I. For Hire, die Spannung über weite Strecken hervorragend aufrechtzuerhalten.

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Die Zwischensequenzen fangen den Noir-Charme perfekt ein

Viele Spieler dürften sich bei der Stimme von Jack Pepper sofort vertraut fühlen. Kein Geringerer als Troy Baker, bekannt unter anderem als Joel aus The Last of Us, leiht dem Mäuse-Detektiv seine markante Stimme. Diese passt hervorragend zum Noir-Stil und verleiht Jack genau die richtige Mischung aus Härte, Abgeklärtheit und trockenem Humor. Doch nicht nur Baker liefert ab. Der gesamte Cast macht einen hervorragenden Job und haucht den Bewohnern von Mausburg viel Leben ein. Dadurch gewinnt auch die Geschichte rund um Steve Bandel deutlich an Charme. Wo andere Spiele ihren Spannungsbogen bereits früh verspielen, legt MOUSE: P.I. For Hire immer wieder neue Hinweise und Wendungen nach.

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Die gesammelten Beweise auf der Pinnwand offenbaren euch neue Spuren

Von dunklen Gassen bis unter die Meeresoberfläche

Mausburg besteht aus mehr als 20 Levels, die ihr über eine kleine, aber fein gestaltete Weltkarte bereist. Dabei glänzt das Spiel mit ordentlich Abwechslung. Zunächst bewegt ihr euch noch durch düstere Straßen und zwielichtige Gassen, doch schon bald führt euch die Spur in klassische Filmstudios, prachtvolle Villen, giftige Sümpfe, eine Nervenanstalt und sogar unter die Meeresoberfläche. Und damit ist die Bandbreite der Schauplätze noch lange nicht erschöpft. Aus Spoiler-Gründen wollen wir an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten. Ein besonderes Lob verdient der Original-Jazz-Soundtrack mit seinem Big-Band-Orchesterensemble. Die Musik passt sich den jeweiligen Levels hervorragend an und fügt sich dadurch wunderbar in das Gesamtbild ein. Mal begleitet euch ein düsterer Klangteppich durch die Straßen von Mausburg, mal sorgt ein schwungvoller Jazz-Track für genau jene überzeichnete Cartoon-Atmosphäre, die das Spiel optisch vermittelt.

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Auf dieser kleinen Weltkarte bereist ihr Mausburg und Umgebung

Obwohl die Levels grundsätzlich schlauchförmig aufgebaut sind, strotzen sie nur so vor Geheimnissen. Versteckte Safes mit zusätzlicher Währung, Collectibles in Form von Zeitungsartikeln und Comics, Baseball-Karten für ein eigenes Kartenspiel oder Schemata zum Aufwerten eurer Waffen warten darauf, entdeckt zu werden. Wer Augen und Ohren offenhält, findet in nahezu jedem Abschnitt etwas abseits des offensichtlichen Weges. Viele dieser Geheimnisse sind wunderbar in die Umgebung integriert und teilweise richtig gut versteckt. Besonders der geheime Entwickler-Raum verdient an dieser Stelle eine Erwähnung. Auch zahlreiche Easter-Eggs und Anspielungen auf bekannte Spiele versprühen viel Charme und zeigen, wie viel Herz Fumi Games in die einzelnen Levels gesteckt hat. Apropos Herz: Auf dieses solltet ihr im Feuergefecht immer besonders gut achten.

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Der neue Rekrut am Mausburg Police Department (MDP)

Eine Maus mit Lizenz zum Schießen

MOUSE: P.I. For Hire gehört zu jener Sorte Shooter, die auf eine automatische Selbstheilung verzichten. Stattdessen verfügt Jack über eine klassische Lebensanzeige in Form eines Herzens, das sich zwischen 0 und 100 bewegt. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad kann dieser Wert allerdings ziemlich schnell nach unten rasseln. Denn während seiner Ermittlungen bekommt es Jack mit zahlreichen Gangstern und korrupten Gesetzeshütern zu tun. Zum Glück ist unser Protagonist im Umgang mit Waffen bestens geschult. Sein Arsenal wächst im Verlauf des Spiels kontinuierlich an. Neben Klassikern wie Pistole und Schrotflinte kommen schon bald weitere, deutlich kreativere Schießprügel hinzu. Während die Gegnerhorden zu Beginn noch überschaubar bleiben, nimmt ihre Anzahl im weiteren Verlauf spürbar zu. Da auch die Munition moderat verteilt ist, werdet ihr regelmäßig dazu gezwungen, zwischen euren Waffen zu wechseln und das gesamte Arsenal auszukosten.

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Zahlreiche Schergen wollen euch an die Tinte

Das gilt besonders für die zahlreichen Bosskämpfe. Davon gibt es in MOUSE: P.I. For Hire erfreulich viele. Auch wenn manche Konfrontationen etwas zu stark nach dem bekannten Hit-and-Run-Prinzip ablaufen, sorgen sie trotzdem für willkommene Abwechslung und bilden meist einen gelungenen Abschluss eines Levels. Die Balance zwischen Gegnern, Schusswechseln und dem Sammeln von Beweisen funktioniert ungefähr bis zu zwei Dritteln des Spiels hervorragend. Erst im letzten Abschnitt gerät dieses Gleichgewicht zunehmend ins Wanken. Sobald einzelne Handlungsstränge ihrem Ende entgegengehen, rückt die Action stärker in den Vordergrund und die eigentliche Detektivarbeit verliert an Bedeutung. Generell findet die Ermittlungsarbeit in den Levels etwas zu selten statt. Die meisten Beweise werden zwar während der Missionen gesammelt, wirklich kombiniert und ausgewertet werden sie aber fast ausschließlich im Detektivbüro. Hier wäre mehr spielerische Abwechslung wünschenswert gewesen.

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Selbst Bosskämpfe warten auf Jack Pepper

Jacks Büro als Ermittlungszentrale

Das Detektivbüro von Jack Pepper ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und fungiert als zentraler Hub zwischen den Missionen. Dort hängt ihr die gesammelten Beweise an eine Pinnwand und schaltet dadurch neue Spuren und Hinweise frei. Das ist übersichtlich gelöst und vermittelt zumindest ansatzweise das Gefühl, einen komplexen Fall Stück für Stück zusammenzusetzen. Jacks Büro befindet sich in einem kleinen Stadtteil, in dem ihr auch einige Nebenaufgaben annehmen könnt. In der angrenzenden Bar warten zusätzliche Aufträge auf euch, die ihr anschließend in den Levels erledigt. Außerdem könnt ihr dort das spielinterne Baseball-Kartenspiel ausprobieren. Dieses macht durchaus Spaß und ist eine nette Beschäftigung abseits der Hauptmissionen. Leider lassen sich die gewonnenen Marken später nur gegen eine einzige Waffe eintauschen. Danach verliert das Sammeln dieser Belohnungen schnell an Bedeutung.

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Das Detektiv-Büro und die direkte Umgebung dienen als Main-Hub

Neben der Bar steht Jack ein Laden zur Verfügung. Dort könnt ihr verpasste Collectibles nachkaufen und euren Munitionsvorrat auffüllen. Weitere sinnvolle Ausgaben für das hart verdiente Geld gibt es allerdings kaum. Vervollständigt wird der kleine Stadtteil durch Jacks Ziehtochter Tammy, eine Hobby-Tüftlerin, die sich für jedes Projekt begeistern lässt. Bei ihr verwendet ihr die gefundenen Schemata, um eure Waffen bis zu drei Mal aufzuwerten und im Gefecht noch mehr Wucht hinter eure Schüsse zu legen. Im direkten Vergleich zu den Levels fällt der Main-Hub allerdings deutlich ab. Während die Missionen voller Geheimnisse, Easter-Eggs und liebevoller Details stecken, wirkt der Stadtteil rund um Jacks Büro viel zu klein und geheimnislos. Gerade hier hätte man das wachsende Repertoire des Detektivs stärker in die Erkundung einbinden können. Ein größerer Hub mit zusätzlichen Abzweigungen und versteckten Bereichen hätte dem Spiel sicherlich gutgetan.

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Das Baseball-Kartenspiel ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib

Wertung

Mit MOUSE: P.I. For Hire liefern Entwickler Fumi Games und Publisher PlaySide Studios einen überraschend charmanten Shooter mit starkem Noir-Flair ab. Die handgezeichnete Cartoon-Optik, der hervorragende Jazz-Soundtrack und die abwechslungsreichen Schauplätze ergeben gemeinsam eine sehr stimmige Welt. Dazu kommen ein unterhaltsames Waffenarsenal, zahlreiche Geheimnisse und eine Geschichte, die den zunächst kleinen Vermisstenfall geschickt zu einer größeren Verschwörung ausbaut. Schwächen zeigt das Spiel vor allem bei der Detektivarbeit, die in den Levels etwas zu kurz kommt, sowie beim zu kleinen und leblosen Main-Hub. Auch die Balance zwischen Ermittlung und Action gerät gegen Ende etwas aus dem Gleichgewicht. Trotzdem ist MOUSE: P.I. For Hire ein liebevoll gestalteter und unterhaltsamer Shooter, der seinen ganz eigenen Charme besitzt.

Wunderschöner Cartoon-Stil der 1930er-Jahre
Hervorragende Sprecherleistungen, allen voran Troy Baker als Jack Pepper
Abwechslungsreiche Schauplätze mit zahlreichen Geheimnissen
Fantastischer Jazz-Soundtrack mit Big-Band-Orchester
Zahlreiche Easter-Eggs und liebevoll versteckte Details

Die Detektivarbeit findet größtenteils nur im Büro statt
Der Main-Hub fällt deutlich zu klein und geheimnislos aus
Gegen Ende verschiebt sich die Balance zu stark in Richtung Action
Das Baseball-Kartenspiel verliert nach dem Erwerb der einzigen Waffe an Bedeutung

MOUSE: P.I. For Hire ist am 16.April 2026 für PC, PlayStation, Xbox und Nintendo Switch erschienen.

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