
Phoenix Wright: Ace Attorney zählt längst zu den kultigsten Reihen im Adventure-Genre und hat sich auch außerhalb Japans eine treue Fangemeinde aufgebaut. Mit der Trilogy bündelt Capcom die ersten drei Fälle des ungewöhnlichen Strafverteidigers in einer Sammlung und macht den Einstieg in die Serie so einfacher denn je. Doch können die charmanten Gerichtsdramen mit ihrem Mix aus Humor, spannenden Wendungen und cleverer Ermittlungsarbeit auch heute noch überzeugen? Genau das finden wir in unserem Review heraus.
Karriere in drei Akten
Inhalt der Trilogie sind die ersten drei Ableger der Serie „Ace Attorney“, „Justice for all“ und „Trials and Tribulations“, wo ihr in insgesamt 14 spannenden Fällen auf der Suche nach Gerechtigkeit seid. Dabei durchlebt ihr die Karriere von Strafverteidiger Phoenix Wright von Beginn an, der dabei tatkräftig von seiner Mentorin Mia Fey, und in späterer Folge von ihrer Schwester Maya Fey, unterstützt wird. Während ihr von Fall zu Fall schreitet, trefft ihr immer wieder auf bekannte Gesichter, was vor allem in den späteren Episoden für lustige Momente sorgt. Handlungstechnisch sind alle drei Spiele eng miteinander verbunden, was für zahlreiche Überraschungen und „Aha“-Momente sorgt, die man vorher so nicht auf der Rechnung hatte. Zudem bekommt ihr es mit wechselnden Gegenspielern zu tun, die euch alle auf ihre eigene Art und Weise einen erbitterten Kampf im Gerichtssaal liefern. Je weiter ihr die Karriereleiter empor klettert, desto länger gestalten sich die Fälle, packender die Verhandlungen und noch unvorhersehbarer deren Auflösung.

Auf der Suche nach Beweisen
Doch noch bevor es direkt in die Gerichtsverhandlungen geht, steht zunächst die Spurensicherung und Beweissuche auf dem Plan. Nach einem kurzen Intro in jeder Episode gelangt ihr relativ früh an den Schauplatz des Geschehens und lernt eure unschuldigen Mandanten kennen. Zunächst gilt es, möglichst viele Informationen in Gesprächen aus Ihnen raus zu quetschen. Falls das nicht hilft, dann müssen schließlich Beweise herhalten! Manche Zungen werden erst gelockert, wenn sie mit entsprechenden Gegenständen konfrontiert werden. Verpassen könnt ihr dabei nichts, denn das Spiel lässt euch erst in den Gerichtssaal, wenn alle dafür notwendigen Mittel aufgetrieben wurden. Was sich in Teil 1 noch relativ einfach gestaltete, wird spätestens in den Episoden von Justice for All durch eine weitere Gameplay-Mechanik erweitert. Mithilfe eines Magatamas erkennt ihr, wenn Personen euch Lügen auftischen wollen oder gut gehütete Geheimnisse verbergen. Es liegt ab diesem Zeitpunkt an euch, diese Blockaden zu bewältigen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Gefecht im Gerichtssaal
Sind erst einmal alle Beweise aufgetrieben, dann geht es schnurstracks in den Gerichtssaal. Während die Verhandlungen zu Beginn des Spiel sich noch relativ kurz gestalten, so müsst ihr euch im späteren Verlauf innerhalb einer Episode öfters in den Gerichtssaal begeben, bis sich der wahre Mörder zeigt. Euer Ziel ist es, Widersprüche im Zeugen-Kreuzverhör durch das Präsentieren von passenden Beweisen aufzudecken. Ist dies auf dem ersten Blick unmöglich, dann könnt ihr die Zeugen unter Druck setzen. Dies resultiert darin, dass diese erst dann Informationen preisgeben, die euch zuvor nicht bekannt waren und sich als widersprüchlich erweisen.

Doch Obacht, denn falsche Anschuldigungen können auch bestraft werden, was euch in Form eines Lebensbalkens signalisiert wird. Ist dieser aufgebraucht, dann gilt euer Mandant als schuldig und die Verhandlung startet erneut. Was früher nicht möglich war, kommt euch besonders in Trial & Error Passagen nun zur Hilfe: Mit der Funktion des Zwischenspeicherns könnt ihr euren Spielstand immer wieder neu laden, bis die richtige Lösung gefunden ist. Dies verringert die Frustmomente enorm, denn bei all der Fülle an Beweisen und Personen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ein Detail mal zu übersehen.

So schön kann Gerichtsverhandlung sein
Ein Markenzeichen der Phoenix Wirght-Serie sind stets die liebevoll gestalteten und geschriebenen Charaktere, die von Fall zu Fall zu überzeugen wissen. Die Anime-Optik fasst das ernste Geschehen perfekt auf, lässt es aber an keiner Stelle finster oder brutal wirken. Doch lasst euch vor dem Look nicht täuschen, denn es geht bei Phoenix Wright nach wie vor um packende Mordfälle, in denen euch eure Widersacher nichts schenken! Besonders im weiteren Verlauf des Spiel steigt der Schwierigkeitsgrad rasant an, was stellenweise auch zu Frust führen kann. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist der Soundtrack, der sich der Situation stets anpasst und weiß, wie Spannung im richtigen Moment erzeugt wird. Einziges Manko ist zurzeit noch die Sprachausgabe, die vorerst nur auf Englisch erhältlich ist. Besonders im weiteren Verlauf des Abenteuers ist es schwierig, exakte Widersprüche zu finden, denn die Komplexität nimmt immer weiter zu, womit auch die Fehlerrate ansteigt. Kommende Updates fügen demnächst jedoch die deutsche und französische Sprache hinzu, wann diese jedoch erscheinen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Wertung
Die Ace Attorney Trilogy beweist eindrucksvoll, wie zeitlos die Gerichtssimulation aus dem Hause Capcom ist. Zahlreiche packende Fälle, spannende Verhandlungen und unvorhersehbare Wendungen machen die Faszination Phoenix Wright aus, und wissen auch heute noch vollends zu überzeugen.
84
Die Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy ist seit 09.April 2019 für Switch, Xbox One und Playstation 4 erhältlich.